Energiehandel in Europa
Der Energiehandel in Europa
Der heutige Stromhandel entwickelte sich, als die europäischen Energiemärkte Ende der 90er Jahre liberalisiert wurden. Als die Märkte noch monopolistisch strukturiert waren, diente der Handel
mit Elektrizität zwischen den rund 50 bis 60 Versorgern in Europa primär der sicheren Selbstversorgung der jeweiligen Versorgungsgebiete. Im liberalisierten Markt kam es dann zu einer Aufteilung
der Wertschöpfungskette in Erzeugung, Handel, Übertragung und Verteilung. Hier trägt der Handel dazu bei, Kraftwerke und Transportkapazitäten zwischen verschiedenen Ländern preisoptimiert
einzusetzen bzw. zu nutzen. Dies unterstützt die Versorgungssicherheit und trägt zu tiefen Endkundenpreisen bei.
Seit rund 10 Jahren werden Standardprodukte im Strom- und Gasmarkt bilateral (over-the-counter) oder an einer der fast 20 Energiebörsen Europas gehandelt. Insgesamt ist der Markt auf etwa 600-700
Marktteilnehmer in ganz Europa gewachsen. Waren dies in den Monopolzeiten vorwiegend die Produzenten, haben nun vermehrt auch internationale Energiehändler, Banken und Hedgefonds die Energiemärkte
entdeckt und tragen so zu einer höheren Liquidität bei.
Der Handel mit Strom und Gas erfolgt einerseits an etablierten Energiebörsen wie z.B. der European Energy Exchange (EEX) in Deutschland und der skandinavischen Nord Pool. Dabei werden verschiedene
Produkte von Stundenkontrakten für Day-ahead-Lieferungen (Folgetag) bis Jahresbänder für mehrere Front-Jahre (Futures) gehandelt. Ausserbörslich erfolgt der OTC-Handel primär über
Handelsplattformen von spezialisierten Brokern.